Das 30. Handelsforum 2018 in der Stadthalle Bielefeld

April 19th, 2018

„DER KUNDE .. zwischen Bedarf und Emotion – Spannungsfeld für den Handel“ – Teil drei

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

dieser Beitrag folgt direkt auf den zweiten Teil des Beitrags „Das 30. Handelsforum 2018 in der Stadthalle Bielefeld“ – Teil zwei (Link)

Der Nachmittag gehört den Praktiken. Drei Referenten/Innen widmen sich dem Thema „Handel emotional – Ideen und Konzepte“

Dr. Kerstin Schulte-Eckel, S-Kultur Wohlfühlen/Genießen/Leben, Gunzenhausen und Ansbach:

Die Referentin empfiehlt Inter-Aktion. Man solle den Kunden vor Ort etwas machen lassen. So verkaufe sie und ihr Team in ihrem klassischen Haushaltswaren-Fachgeschäft mit Restaurant-Trakt umso mehr, je besser der Kunde eingebunden würde. So ließe sich ein Grill einfacher verkaufen, wenn die Kunden auf dem Grill vorher schon selbst etwas zubereitet hätten. Eine jüngst installierte Kaffeebar fördere die Kommunikation und erhöhe die Verweildauer des Kunden. Lockere Warenpräsentation und ständige Sortimentsveränderung veranlasse den Kunden zudem zum Wiederkommen.

Paul Roetgerink, Roetgerink Fashion and Shoes B. V., Enter NL:

Auch er, so der Referent, habe für die drei Häuser seines Unternehmens erkannt, wie wichtig es sei, dem Kunden neben gefälliger Warenpräsentation auch ein Erlebnis zu vermitteln. Getreu dem selbst gewählten Motto „Freizeit, Shoppen und Spaß für die ganze Familie“ setze man auf „außergewöhnliche Erlebnisse“. So habe man gute Erfahrungen mit dem „Fashion and Food Cab“ gemacht. Hier hole man vorwiegend ältere Leute mit dem Taxi zum Shoppen ab und bringe sie anschließend auch wieder mit dem Taxi nach Hause. Und auch die „Fashion Gift Box“ erfreue sich zunehmender Beliebtheit in den Niederlanden. So denke man bereits darüber nach, die Geschenkebox auch für den deutschen Markt anzubieten.

Bernard Homann, Homann schenken-kochen-wohnen, Dülmen:

Zwar sei man, so der Referent, auf den ersten Blick ein stationärer Händler. Ein ganz normaler Laden reiche heutzutage jedoch nicht mehr aus. So habe man eine eigene Event-Abteilung ins Leben gerufen und den „Homann Koch und Back Club“ gegründet. Kochwurst-Meisterschaften an verkaufsoffenen Sonntagen würden Aufmerksamkeit generieren.  Das Gleiche gälte für Kochkurse, deren Anzahl pro Jahr man ganz bewusst begrenzt habe. Zudem erfreue man die (Stamm)-Kunden durch Kontaktpflege über Social Media, indem man mit durchschnittlich zwei Posts pro Woche persönliche Geschichten über den Alltag erzähle.

 

Tim Kähler, Bürgermeister der Hansestadt Herford

Überzeugend nach Inhalt und Form ist der ganzheitliche Ansatz, den der Bürgermeister der Hansestadt Herford zum „Masterplan Innenstadt“ erläutert. Es gälte für Herford, qualitativ zu wachsen und die Aufenthaltsqualität der Innenstadt zu verbessern. Hierzu gälte es, Fördermittel abzuschöpfen und die Bevölkerung an der Entwicklung zu beteiligen. Es gälte, die Alleinstellungsmerkmale der Stadt besser zu nutzen. Schließlich habe Herford gleich zwei Flüsse! Wasser müsse erlebbar werden. Unter der Zielsetzung „Herford – die schönste Innenstadt in ganz OWL“ müsse sich Herford dynamisch entwickeln. Brach-Immobilien seien abzureißen, es sei in die Markthalle zu investieren. Bei der Neugestaltung der Fußgängerzone arbeite man eng mit dem Einzelhandel zusammen. Wichtig sei, welches Licht die Stadt verwende. So favorisiere man ein Lichtkonzept ohne allzu viele Hängelampen; denn die Schaufenster der Händler sollten schließlich wirken! Freies W-Lan in der Innenstadt müsse selbstverständlich werden.

 

Das Schlusswort zum 20. Handelsforum OWL gehört Ferdinand Klingenthal (Vorstand Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V.).

Auf die Frage der Moderatorin Corinna Lampadius „Was nehmen Sie aus dem 30. Handelsforum mit?“ antwortet Ferdinand Klingenthal:

Jeder Laden-Einzelhandel spüre einen durch Internet und Webshops stärker werdenden Konkurrenzdruck. Digitalisierungsmöglichkeiten seien zu nutzen und mit Erlebnis zu kombinieren. Hierzu sei eine anregende Fülle von Empfehlungen durch die Referenten/Innen gemacht worden. Cooperationen unter Betrieben verwandter Branchen mit gleicher oder ähnlicher Zielgruppe seien sinnvoll. So griffen z. B. Einzelhandel und Gastro stark ineinander.

Nach einem ausdrücklichen Dank an die Referenten/Innen schließt Ferdinand Klingenthal das 30. Handelsforum 2018 und bittet die Teilnehmer/Innen, sich den nächsten Handelsforum-Termin bereits vorzumerken:

31. Handelsforum 2019
10. April 2019

——–

Soweit meine Eindrücke vom 30. Handelsforum 2018.

Es grüßt Sie freundlich mitten aus OWL

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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April 18th, 2018

„DER KUNDE .. zwischen Bedarf und Emotion – Spannungsfeld für den Handel“Teil zwei

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

dieser Beitrag folgt unmittelbar dem ersten Teil des Beitrags Das 30. Handelsforum 2018 in der Stadthalle Bielefeld

 

Volker Kalschinsky, Kreativdirektor, dan pearlman, Berlin referiert zum Thema „Erfolgsformel für den Handel: Mehr Erlebnis, bitte!“

„Jede gesellschaftliche Veränderung“, so der Referent, „ist zuallererst im Handel spürbar.“ Darauf müsse der Handel reagieren. So könnten Verschiebungen in der Besucher-Frequenz eines Stadtteils, die Mobilphone-Evolution, der Kundenwunsch nach regionalen Produkten oder mehr Convenience eine Herausforderung für den Händler darstellen. Und der Referent ist überzeugt: „Alles, was man digitalisieren kann, wird auch digitalisiert und über das Smartphone bestellbar.“

Heike Scholz, Co-Founder ZUKUNFT DES EINKAUFENS, Hamburg widmet sich dem Thema „New Retaility – wie die Digitalisierung den POS verändert“

Der eCommerce, so die Referentin, durchliefe zur Zeit zwar eine Konsolidierungsphase, und der Zuwachs bei Online-Shops verlangsame sich. Der Smartphone-Nutzer sei jedoch durchschnittlich 160 Minuten pro Tag online. Und dieser „homo digitalis“  beschleunige die Beziehungen zwischen Einzelhandel und Kunde. Denn der „homo digitalis“ sei vernetzt und always-on; er kommuniziere in Echtzeit und unmittelbar. Sein Lifestyle sei digital, dynamisch und mobil. Als digitaler Nomade erwarte er neben materiellen Angeboten auch Erlebnis. Und beim Topic Erlebnis, so die Referentin, seien auch die Städte gefordert. Je größer eine Stadt sei, umso mehr Erlebnisse erwarteten die Menschen beim Shoppen, die der Handel alleine nicht bieten könne. Jede Stadt brauche ein gemeinsames Content Management von Stadt, Handel, Kultur, Banken, Gastronomie und Tourismus. Hierbei habe der Handel die Aufgabe, online wie offline auffindbar zu sein. Zutrittshürden für den Kunden seien zu minimieren oder abzuschaffen, freies W-Lan sei sinnvoll und zweckmäßig.

 

Dr. Henning Beck, Neurowissenschaftler und Autor, Frankfurt ist der Referent zum Thema „Biologie des Geistesblitzes“

Im Unterschied zu einem Informationen Schritt für Schritt verarbeitenden Computer, so der Referent, habe das Gehirn Möglichkeiten, Muster zu bilden. Der Mensch denke in Konzepten. Der Handel solle diese Eigenschaft nutzen, um die Idee hinter dem Produkt deutlich machen. So gälte es, den Raum als Teil der Produktgeschichte  zu nutzen. Gelänge es z. B. einem Fahrradhändler, nicht nur seine Fahrräder zu präsentieren, sondern ein Fahrgefühl zu vermitteln, dann werde sich ein Interessent an das Ladengeschäft erinnern. So wäre es einem Automobil-Produzenten der Oberklasse gelungen, eins seiner Top-Modelle vor den Säulen eines griechischen Tempels zu platzieren und dem Interessenten so „die Zugehörigkeit zu einer Elite“ zu verdeutlichen. Ob sich ein Produkt letztlich durchsetze, hinge davon ab, „ob das Konzept zum Kunden passt“.

———

Soweit der heutige Beitrag – Teil zwei

Die Praktiker-Beiträge werden im Teil drei vorgestellt.

Es grüßt Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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