Sommerferienzeit im Fleischer-Fachgeschäft

Juni 16th, 2017

Kundenwunsch-Wandel infolge Änderung der Kundenstruktur

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,

auch in Ihrem Betrieb greift das Pareto-Prinzip, gemäß welchem Sie in Ihrem stationären Geschäft mit ca. 20 Prozent Ihrer Kunden ca. 80 Prozent Ihres Umsatzes machen. Diese Stammkunden oder Intensiv-Verwender halten Ihnen zum Teil seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten die Treue. Es ist der große Teil der Konservativen oder Traditionalisten in dieser Kundengruppe, die regionale oder regionaltypische Spezialitäten bevorzugen. Zudem wissen sie (Produkt)-Provenienzsicherheit und Qualitätskonstanz zu schätzen, freuen sich über gelegentliche Überraschungen und Produkt-Streckungen Ihrer Bestläufer und bringen Ihrem Betrieb Vertrauen entgegen. Das von Ihnen gepflegte Qualitäts-/Preis-Verhältnis wird als angemessen empfunden. Bewusst oder unbewusst haben Sie persönlich Ihr Angebots-Sortiment und Ihre Dienstleistungen im Laufe der Zeit zur Erfüllung der Wünsche primär dieser Gruppe ausgerichtet. Denn die Mitglieder dieser Kundengruppe zeigen übereinstimmende oder zumindest ähnliche Verhaltens- und Konsummuster, auf die Sie sich weitestgehend verlassen können.

Infolge ihrer hohen Besuchsfrequenz prägt die homogene Gruppe der Stammkunden und Intensiv-Verwender die meiste Zeit des Jahres auch die Optik Ihrer Kundenstruktur. Der Gelegenheitskäufer oder Schnäppchen-Jäger, der bevorzugt über den Preis einkauft und somit Ihr Ladengeschäft primär dann aufsucht, wenn es Sonder-Angebote oder Aktionen gibt ist während der allermeisten Zeit des Jahres nicht groß auffällig, da er ex definitione selten einkauft. Seine Präsenz und seine Wahrnehmung ändern sich jedoch schlagartig, wenn während der Sommerferienzeit die Stammkunden und Intensiv-Verwender vermehrt fort bleiben und Sie mit ferienbedingten Sonder-Angeboten Schnäppchenjäger besonders anziehen.

Es gilt somit für Sie, Ihr Angebot rechtzeitig auf den vorüber gehenden Wünschewandel einzurichten.

Diejenigen unter Ihren Stammkunden und Intensiv-Verwendern, die sich während der Sommerferien in ihrer Ferienwohnung, im Wohnmobil oder auf dem Hausboot gern selbst versorgen, werden bereits vor Ferienbeginn verstärkt nach zubereitungs- und verzehrfreundlichen Convenience-Artikeln fragen. Ihr Angebot an Dauerwaren könnte zunehmend geschätzt werden.

Die Gruppe der Gelegenheitskäufer und Schnäppchenjäger ist, da heterogen, bezüglich ihrer kulinarischen Vorlieben und Erwartungen wesentlich schwerer einzuschätzen. Sie kauft primär ‚über den Preis‘ und reagiert sensibel auf Sonder-Angebote. Wenn Sie entsprechend Ihr Sortiment teilweise neu ausrichten, könnten oder sollten Sie Ihre Sonder-Angebote möglichst als „zeitlich begrenzte Aktion“ kennzeichnen, die spätestens mit dem Ferienende abschließt. Denn die aus anderen Bundesländern oder dem Ausland heimkehrenden Stammkunden und Intensiv-Verwender erwarten nach Ihrer Rückkehr zunächst keinerlei Sonder-Aktionen, da sie Ihre handwerklich hergestellten Regional-Produkte als etwas ganz Besonderes wahrnehmen.

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Vom Freizeitspaß zum Gourmet-Erlebnis

Juni 9th, 2017

SUEFFA_11_1cDie SÜFFA 2017 zeigt Lösungen fürs Grillgeschäft

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister,
auch dieses Jahr wieder versteht es die Messeleitung der Stuttgarter SÜFFA (21. bis 23. Oktober 2017) weit im zeitlichen Vorfeld, bei Ausstellern wie Fachbesuchern Aufmerksamkeit zu schüren und das Interesse wach zu halten.

Nach bisher kommunizierten thematischen Schwerpunkten wie z. B.

SÜFFA-Innovationspreis
und
SÜFFA-Qualitätswurstwettbewerbe

möchte die „Fachmesse für die Fleischbranche im deutschsprachigen Raum und im benachbarten Ausland“ Ihre Aufmerksamkeit auf „Lösungen für gute Geschäfte rund um die heiße Ware vom Rost“ lenken. Hierzu geben wir Ihnen nachstehend gern wesentliche Auszüge aus der jüngsten, der Fleischer/Metzgerblog-Moderation vorliegenden SÜFFA-Pressemitteilung von Anfang Juni zur Kenntnis.

Volkssport für Feinschmecker

Vom Freizeitspaß zum Gourmet-Erlebnis: Die SÜFFA 2017 zeigt Lösungen fürs Grillgeschäft. Im Trend liegen „New Cuts“ und Dry Aged Beef

Es ist angegrillt: In Europa gelten die Deutschen als Grill-Nation Nummer eins. Durchschnittlich 13 Mal pro Saison und Haushalt wird im Freien gegart und gegessen, neuerdings gerne auch im Winter. Grillwettbewerbe und Grillseminare locken Tausende von Besuchern und Teilnehmern. Aus der oft improvisierten, geselligen Nachmittagsveranstaltung ist inzwischen ein wahrer Volkssport, ja ein ernst zu nehmender Gourmet-Trend geworden. Das freut den Metzger, denn Grill-, Regional- und Bio-Boom sorgen für eine steigende Nachfrage nach hochwertigem Fleisch. Vom 21. bis 23. Oktober zeigt die Stuttgarter SÜFFA, die Fachmesse für die Fleischbranche, Lösungen für gute Geschäfte rund um die heiße Ware vom Rost.

 

Fleisch nach wie vor beliebtestes Grillgut
An die 1.500 Sorten gibt es hierzulande, doch beim Grillen geht es längst nicht mehr „nur“ um die Wurst: Neben dem ewigen Klassiker stehen auch Fisch, Gemüse, ganze Menüs und sogar Süßspeisen auf dem Speiseplan. Den Spitzenplatz auf dem Rost belegt aber nach wie vor das Fleisch: Rund 60 Kilogramm verzehren die Bundesbürger nach Schätzungen des Bundesmarktverbandes für Vieh und Fleisch pro Kopf und Jahr – davon landet so manches saftige Stück auf dem Grill.

 

Steigendes Qualitätsbewusstsein
Mit dem Grill-Boom hat sich beim Kunden ein neues Qualitätsbewusstsein für das Grillgut entwickelt: Wer als Grillmeister etwas auf sich hält, schwört auf so genannte „New Cuts“ – edle und speziell für das Grillen vorbereitete Fleischstücke, die beim Zuschnitt besondere Kenntnisse erfordern und von manchen Erzeugern daher bereits vorgeschnitten an den Fachhandel ausgeliefert werden. Neuer Renner bei Steak-Liebhabern ist das extrem zarte „Flat Iron Steak“, das dem T-Bone mittlerweile den Rang abgelaufen hat. Daneben entdeckt man aber auch Stücke wieder, die schon zu Großmutters Zeiten bekannt waren, etwa das von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (Halle 7 Stand C51) angebotene „Bürgermeisterstück“. Dank wachsendem Bio- und Regional-Bewusstsein erlebt auch das heimische Wildbret derzeit ein Nachfrage-Plus.

 "Wenn's mal etwas mehr sein darf: der Riesen-Smoker Big Louis der Firma Walter Ludwig" - © Bild: Walter Ludwig

„Wenn’s mal etwas mehr sein darf:
der Riesen-Smoker Big Louis der Firma Walter Ludwig“ –
© Bild: Walter Ludwig

 

„Eingefleischte“ Grillspezialisten diskutieren leidenschaftlich die Vorzüge von Smoker, Holzkohle- oder Gasgrill. Im Profibereich hat das Ganze freilich andere Dimensionen: Die SÜFFA bietet einen Überblick über das riesige Angebot vom kostengünstigen Gastro-Bräter bis hin zu wuchtigen Ochsengrills von Beelonia (Halle 9 Stand D59) oder KSF (Halle 7 Stand D02). Unter den vielen raffinierten Neuheiten ist der Riesen-Smoker der Firma Walter Ludwig (Halle 9 Stand A71) bestimmt ein besonderer Hingucker: Der „Big Louis“ kann problemlos ganze Firmenbelegschaften verköstigen.

 

Geschmack ist alles!
Eine wahre Wissenschaft für sich ist die Fleischreifung. Zur Grillsaison geht seit einigen Jahren vor allem hochwertiges Rindfleisch immer häufiger über die Theke. Für erstklassiges „Dry Aged Beef“, das etwa vier Wochen lang am Knochen trocken reift, kommt nur besonders marmorierte Ware mit einer ausgeprägten, gleichmäßigen Fettschicht in Frage. Den passenden Reifeschrank, der sich im Verkaufsraum werbewirksam in Szene setzen lässt, hat auf der SÜFFA unter anderem die Firma Landig und Lava (Halle 9 Stand A12) im Angebot.

So vielseitig wie die Produktauswahl sind auch die auf der SÜFFA vorgestellten Zubereitungsmöglichkeiten. Eine breite Palette an Soßen, Gewürzen und Marinaden bedient dazu die unterschiedlichsten kulinarischen Vorlieben von süßsauer bis deftig-scharf. Auf der SÜFFA sind alle namhaften Anbieter dieser Produktgruppe vertreten. Der Gewürzspezialist Indasia (Halle 9 Stand C71) etwa setzt in der Grillsaison 2017 geschmacklich auf das zart-rauchige „American BBQ“. Mit Produkten wie „Smoked Sugar“ bietet auch der Aromaspezialist Red Arrow (Halle 9 Stand D61) „flüssiges Gold“ für leckere Barbecue-Soßen im amerikanischen Stil.

Ebenfalls aus Amerika schwappte vor einiger Zeit die Pulled-Meat-Welle zu uns: langsam gegartes, zerkleinertes Fleisch, das meist in einem Brötchen serviert wird. Vielerorts hat Pulled-Meat im gehobenen Snack-Bereich Einzug gehalten, wo das zeitintensive Grillen bislang eher ein Nischendasein fristete. Eine auf der SÜFFA präsentierte Neuheit aus dem Hause Aichinger (Halle 9 Stand C11) könnte dies bald ändern: Der vollautomatisierte, kompakte Gastrogrill ROG – ROLL’N’GRILL sorgt mit 80 Portionen in gerade einmal 60 Minuten für allzeit frischen Gemüse-, Fisch- und Fleischgenuss. Gut gegrillt!

Info: Das aktuelle Ausstellerverzeichnis mit allen Produktgruppen findet sich online unter www.sueffa.de

Über die SÜFFA:

Die SÜFFA ist eine der wichtigsten Veranstaltungen für das Fleischerhandwerk und die mittelständische Industrie im deutschsprachigen Raum sowie dem angrenzenden Ausland. Der beliebte Branchentreffpunkt bietet Fachbesuchern die Möglichkeit, sich mit Kollegen und Fachleuten auszutauschen und steht bei vielen Entscheidern fest im Terminkalender. Die ausgewogene Kombination der Ausstellungsbereiche Produktion und Verkauf mit dem breit gefächerten, informativen Rahmenprogramm macht die SÜFFA so erfolgreich. Interessante Vorträge im Trendforum und die Vergabe des Innovationspreises zeigen Trends am Markt auf.

Soweit die PR der Messeleitung der Stuttgarter SÜFFA

Ich grüße Sie herzlich

Dipl.-Kfm. Hans-Jürgen Schmidt (Fleischer/Metzgerblog-Moderator)

Autor strategischer Sachbücher für die Fleischer/Metzger-Branche
Autor des aktuellen Strategie-Buchs „Die Metzger-Bibel

Verlag: Strategie-Verlag Schmidt KG
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Juni 6th, 2017

Sehr geehrter Herr Fleischer/Metzgermeister, wir alle kennen das nicht nur in der Sommerzeit zur Genüge: die stationären Einzelhandelsgeschäfte in den (Innen)-Städten konkurrieren mit Rabatt-Aktionen. Da sich dieses Szenario in schöner Regelmäßigkeit alljährlich um dieselbe Zeit wiederholt, liegt die Vermutung nahe, die betreffenden Betriebsinhaber würden mit diesen Aktionen mehr als nur Aufmerksamkeit generieren. Read the rest of this entry »